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Die blaute Grotte
Caprios – die Insel der Wildschweine – im Golf von Neapel, ist die einzige der 3 Inseln die nicht vulkanischen Ursprungs ist sondern aus einem Kalkstein besteht und zu den Ausläufern des Appenninen gehört und somit höchstwahrscheinlich einmal mit dem Festland verbunden war. Der Kalkstein ist korosiv und durch Wind und Meer wird dieses Gestein immer wieder neu abgebaut.
Es entstehen Höhlen und Hohlräume, die sich mit Wasser füllen oder zusammenbrechen und Buchten bilden. Capri hat viele Höhlen, die auch alle sehr sehenswürdig sind: die wunderbare Grotte, die Matermania Grotte, die Weisse und die Grüne Grotte und vor allem die Blaue Grotte. Diese ist die berühmteste, nicht nur wegen der einmaligen Farbe
Man nimmt an, dass die Blaue Grotte zur Zeit der Römer nicht nur bekannt war, sondern als Monumentalbrunnen genutzt wurde, der zu einem unterirdischen Hafen oder auch Anlegeplatz erweitert wurde. Diese Hypothese wird vertreten, weil man unter dem heutigen Wasserspiegel, der wesentlich höher ist als vor gut 2.000 Jahren, 4 verschiedene Nischen entdeckt hat sowie einen alten Wasserstandrand, der zeigt, wie hoch das Wasser zur der Zeit stand.
In diesen Nischen befanden sich wahrscheinlich die 2 Statuen, die man im Jahre 1964 aus dem unterirdischen Becken geborgen hat. Beides sind Götterstatuen, wobei die eine den Meeresgott Poseidon zeigt mit einem dichten Bart und einem erhobenen Arm, in dessen Hand er vielleicht einen Dreispitz hielt, und den Gott Triton mit langen gewellten Haaren und einer Krone auf dem Haupte. Beide Statuen kann man heute in dem Museum der Kartause besichtigen.
Um 1824 gingen 2 Deutsche auf die Suche nach der Grotte. Sie wurden von 2 ortskundigen Fischern, Mario Pagano und Angelo Ferraro, begleitet. Die beiden Deutschen August Kopisch und Ernst Fries entdeckten die Grotte wieder, die viele Jahrhunderte in Vergessenheit geraten war, weil sie nach den Römern nicht mehr genutzt wurde und es den Tourismus, wie es ihn heute gibt, noch nicht gab. Kopisch macht die Grotte dann zu dem, was sie heute ist: weltberühmt.
Er beschrieb einfach nur die sagenhafte blaue Farbe und Künstler und Artisten aus aller Welt waren begeistert und wollten sie sehen. Diese blaue Farbe entsteht durch die Spiegelung des blauen Himmels. Am Eingang der Grotte entsteht eine Lichtfilterung, die die roten Pigmente heraus filtert und nur die blauen in die Grotte lässt. Der schneeweisse Sand am Grund bestärkt dieses Phänomen noch.
Die Blaue Grotte hat eine Länge von 54 m und eine Breite von 15 m bei einer Höhe von maximal 30 m. Dadurch, dass der Wasserstand vor 2.000 Jahren sehr viel niedriger war, konnte man auch mit kleineren Schiffen in die Grotte fahren. Eine lange Treppe am Grottenende führt an die Inseloberfläche.
Heute ist die Blaue Grotte eines der beliebtesten Ausflugsziele auf Capri im neapolitanischen Golf und wird von Touristen aller Nationen besucht. Man fährt mit kleinen Ausflugsbooten bis vor die Grotte und steigt dann auf kleine Fischerboote um, weil man sonst nicht durch den niedrigen Eingang kommt. Wenn man Glück hat, singt der Fischer in der Grotte das Lied der Caprifischer, dass bei der Akkustik in der Grotte ein einmaliges Erlebnis ist.
Es gibt einfach Orte, die man nie vergisst!
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