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Ihr Reiseführer für Italien

Pompeji im Wandel der Jahrtausende


In der italienischen Region Campanien, mit einem reizvollen Blick auf den Golf von Neapel liegen die Ausgrabungsstätten des antiken Pompeji. Heute sind sie ein Weltkulturerbe.

Durch die günstige Lage zwischen Meer und fruchtbaren Tälern im Landesinneren wurde die Stadt in ihrer Blütezeit rasch zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt und Hafen. In ihrer über sechshundert Jahre alten Geschichte war sie begehrte Beute verschiedener Volksstämme, die in Kunst, Kultur, Sitten und Gebräuchen ihre unverwechselbaren Spuren hinterließen.


Pompeji in Italien

 

Ein verheerender Ausbruch des Vulkans Vesuv im Jahre 79 nach Christus zerstörte die antike Stadt erbarmungslos und begrub sie unter einer viele Meter hohen Bimsstein- und Ascheschicht. Es gab verschiedene Vorzeichen für einen Ausbruch, zu denen auch das Erdbeben von 62 nach Christus gehörte, doch wurde denen zu wenig Beachtung geschenkt.

 

 


Die Stadt geriet in Vergessenheit, erst im 19. Jahrhundert wurde Pompeji aus seinem Dornröschenschlaf erweckt und es begannen die ersten planvollen, systematischen Ausgrabungen. Von den Menschen und Tieren, die durch glühendes Lavagestein oder giftige Gase ums Leben kamen, waren Hohlräume zurückgeblieben.

Die Archäologen füllten Gips hinein und erhielten so Modelle der ehemals lebenden Wesen und anderen organischen Gegenständen wie Pflanzen oder Holzmöbel. Die Besucher der antiken Ausgrabungsstätten können heute mit Beklemmung die teilweise vom Todeskampf geprägten Gestalten der früheren Bewohner Pompejis anschauen. Man ahnt die schrecklichen Tragödien, die sich im Angesicht des explodierenden Berges ereigneten.

Die Restaurierungs- und Instandsetzungsarbeiten in Pompeji erreichten bald ein hohes Niveau, die Gebäude wurden komplett vom Keller bis zum Dach wiederhergestellt. Die Grabungen legten Straßen, Plätze, Wasserbecken und Kunstwerke frei. Allmählich konnten die Forscher das römische Alltagsleben rekonstruieren und verschafften sich einen Überblick über den hohen technischen und kulturellen Stand der Einwohner.

Heute ist Pompeji touristisch erschlossen und lädt Gäste aus aller Welt zu einer beispiellosen Reise in die Vergangenheit ein. Die Stadt dehnt sich über eine Fläche von etwa sechzig Hektar aus und wird durch das alte Haupttor Porta Marina betreten. Das angrenzende Forum war der Mittelpunkt des wirtschaftlichen, religiösen und politischen Lebens der Stadt und nur Fußgängern gestattet. Von diesem riesigen Versammlungsplatz, der alle Einwohner von Pompeji fassen konnte, führen Straßen gitternetzförmig in verschiedene Richtungen.

 

 

Die Fahrwege kann der Besucher auf großen Trittsteinen überqueren und fühlt sich unmittelbar hineinversetzt in die Welt vor zweitausend Jahren. Sehenswert sind viele Gebäude, seien es Tempel, Triumphbögen, Statuen, luxuriöse Villen oder Portale. Die raffiniert gestalteten Stabianer Thermen zeugen vom hohen Wissensstand der damaligen Epoche. Sie verfügen über klimatisierte Räume und sind mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, die durch Warmluft unter dem Fußbodenbelag und hinter doppelten Seitenwänden betrieben wird.

Besonders eindrucksvoll sind das große und das kleine Theater, beide zum Schutz der Zuschauer bei Sonne und Regen mit einer raffinierten Vorrichtung überdacht.
Die Villa des Fauns ist eines der schönsten Beispiele für ein aus dem Altertum erhaltenes Wohnhaus. Benannt wurde es nach der 78 cm großen Bronzeskulptur eines tanzenden Satyrs, es verfügt über eine große Anzahl von Zimmern, Wände und Fußböden zieren wertvolle Mosaike.

Die Öffnung für den Publikumsverkehr ist für die Überreste Pompejis eher ein Fluch, denn der jährliche millionenfache Touristenstrom zerstört allmählich die Substanz der antiken Geisterstadt.
Im Laufe der Zeit verblassen leider auch viele herrlichen Wandmalereien durch das Tageslicht.

 

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