Verona - Stadt zwischen Kunst, Kultur und Opernarien
„Der Himmel ist hier, wo Julia lebt“, heißt es in William Shakespeares Tragödie "Romeo und Julia". Und die, so weiß man, lebte in Verona. Die Kulturstadt am Fuße der Alpen blickt auf eine mehr als zweitausend Jahre alte Geschichte zurück.
Die Römer führten in Verona ihre drei wichtigsten Handelsstraßen zusammen, während die Stadt im Mittelalter eine der einflussreichsten Städterepubliken Italiens wurde. Doch ihre eigentliche Berühmtheit hat Verona dem legendären Liebespaar Romeo und Julia und William Shakespeare zu verdanken.
Ein Pflichtbesuch des Balkons am Haus der Julia in der Via Capello, nicht weit von der Piazza delle Erbe entfernt, gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Besuchers. Die Statue der Julia an der Brust zu berühren auch, dies führte dazu, dass ihre rechte Brust völlig abgewetzt ist, obwohl sie erst vor etwa 30 Jahren vom Veroneser Bildhauer Nero Costantini aufgestellt wurde.
Im Haus selbst befindet sich eine sehenswerte Sammlung mittelalterlicher Keramik. An den Wänden eines Torbogens zum Innenhof verewigen sich seit ewigen Zeiten Liebespaare mit beschriebenen Zetteln und schwören sich die ewige Liebe.
Die große kulturelle Vergangenheit war die Voraussetzung für das, was der heutige Besucher in Verona zu sehen bekommt, wenn im Sommer auf der Piazza Bra die Opernsaison beginnt. Diese Stimmung, romantisch, ja sogar erotisch, bildet den Rahmen für alles, was die Stadt bietet.
Die römische Arena - nach dem Kolosseum in Rom und der Arena in Capua das größte aller erhaltenen antiken Amphitheater – wird zu einer gigantischen Freiluftbühne erhoben. Sie ist etwa 138 Meter lang und um die 110 Meter breit. Sie wurde etwa im Jahre 30 nach Christus erbaut.
In römischer Zeit fasste die Arena über 30.000 Zuschauer und wurde Stätte für grausame Gladiatorenkämpfe und verschiedene Wettkämpfe. Heute sind nur noch vier Bögen des Außenrings erhalten. In Verona nennt man sie „l\\'ala“ - der Flügel.
Die wechselnden Opern werden immer in den Sommermonaten von Juni bis August aufgeführt. Weit über sechs Millionen Zuschauer haben bisher mehr als 400 Vorstellungen in der Arena erleben können.
Verona hat etwa 250.000 Einwohner, aber Jahr für Jahr rund 600.000 Touristen alleine in den Monaten von Juli und August. Während der Opernsaison wird auf allen Straßen und Plätzen gefeiert. Das ist kein Ballermann-Ambiente, es wird stilvoll, von der städtischen Atmosphäre in historischer Kulisse geleitet, der Kultur gehuldigt.
In die Liste des Weltkulturerbes hat die Unesco Verona schon lange aufgenommen und als eine Stadt charakterisiert, „die in herausragender Form alle Stadien der europäischen Geschichte repräsentiert". Es ist sicher diese ungewöhnliche Harmonie, in der sich hier Bauten unterschiedlichster Epochen zu einem architektonischen Himmel auf Erden verbinden.
Abends trifft sich Jung und Alt in den vielen Cafés an der Piazza delle Erbe. Erbe, das heißt Gemüse, wird aber nur noch vereinzelt angeboten, billige Souvenirs haben es abgelöst. Und es wird auch ziemlich laut um die Piazza, denn dann übertönen die typischen Geräusche italienischer Vespas das Gemurmel der vielen Gäste. Gegen 22.00 Uhr ist dann kaum noch ein Platz zu bekommen.
Aber im Frühling und im Herbst, da hat man die Ruhe, die man braucht, wenn man die Stadt etwas genauer entdecken möchte.
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